Sum 41 – live in der Olympiahalle München

Einmal und wohl nie wieder – wollte ich fast schon schreiben!

Sum 41 wurden bei ihrem Konzert in München am 14.11.2024 ausgebuht – wollte ich auch fast schon schreiben, aber das tue ich nicht.

Doch zunächst der Reihe nach:

Von High-School-Kapriolen zum internationalen Erfolg

Sum 41, die kanadische Punkrock-Band aus Ajax, Ontario, hat seit ihrer Gründung am 31. Juli (41 Tage nach Sommerbegin) 1996 einen langen und erfolgreichen Weg hinter sich. Gegründet von den beiden Teenagern Deryck "Bizzy D" Whibley und Steve "Stevo 32" Jocz, entwickelte sich die Band von einer lokalen Coverband zu einem globalen Phänomen.

Die Anfänge und der Durchbruch

Die ersten Jahre waren geprägt von jugendlichem Enthusiasmus und einer Menge Energie. Sum 41 coverte zunächst Songs von Bands wie NOFX und entwickelte schnell ihren eigenen, unverkennbaren Sound. Mit ihrem Debütalbum "All Killer, No Filler" (2001) gelang der Band der internationale Durchbruch. Hits wie "Fat Lip" und "In Too Deep" katapultierten Sum 41 in die Charts und machten sie zu einer der führenden Bands der Pop-Punk-Szene.

Experimente und Herausforderungen

In den folgenden Jahren experimentierte die Band mit verschiedenen Musikstilen und veröffentlichte eine Reihe erfolgreicher Alben. Dabei bewiesen sie immer wieder ihre Vielseitigkeit und ihr Talent für eingängige Melodien. Auch ihr großer Wiedererkennungswert blieb ihnen trotz der unterschiedlichen Stile stets erhalten. Allerdings war die Band auch mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Der Ausstieg von Gitarrist Dave Baksh im Jahr 2006 war ein schwerer Schlag für die Band.

Die späteren Jahre und das Ende

Trotz der Veränderungen in der Besetzung konnte Sum 41 ihre Fangemeinde weiterhin begeistern. Mit Alben wie "Underclass Hero" und "Screaming Bloody Murder" festigten sie ihren Status als eine der wichtigsten Bands des Genres.

Im Jahr 2023 verkündete die Band überraschend ihre Auflösung. Nach 27 Jahren voller Höhen und Tiefen entschieden sich Sum 41, ihre musikalische Reise zu beenden. Ihr letztes Album "Heaven :x: Hell" erschien im März 2024.

Sum 41: Ein Vermächtnis

Sum 41 hat die Musiklandschaft nachhaltig geprägt. Ihre energiegeladenen Live-Shows, ihre eingängigen Songs und ihre ehrliche Art haben Millionen von Fans auf der ganzen Welt begeistert. Auch wenn die Band demnächst nicht mehr aktiv sein wird, ihr Vermächtnis wird mit Sicherheit weiter leben.

Wichtige Alben im Überblick:

  • All Killer, No Filler (2001)

  • Does This Look Infected? (2002)

  • Chuck (2004)

  • Underclass Hero (2007)

  • Screaming Bloody Murder (2011)

  • Order in Decline (2019)

  • Heaven :x: Hell (2024)

 

Show Olympiahalle München, 14.11.2024:

Ich durfte dabei sein und es war einfach nur „Killer“. Tatsächlich erlebte ich am gestrigen Donnerstag Sum 41 zum ersten Mal live mit – Ja! Zum ersten Mal! Und ich schäme mich dafür. Ich bereue es auch, denn ich habe selten eine Formation gesehen, die so auf den Punkt performed. Tight bis auf's letzte Detail, ordentlich Bewegung auf der Bühne und ein knallharter, top abgemischter Sound. Ohne große Ruhepausen knüppelten die Kanadier ihr Programm durch, sodass meine 7-jährige Tochter, die auch mit dabei war, nach ein paar Songs fragte, wann denn endlich das erste Lied vorbei sei, bevor sie später bei dem schönen Radau einschlief. Konfetti, Luftschlangen, riesige Luftballone und Pyrotechnik rundeten die Show perfekt ab.

Einmal und nie wieder – leider. Wie oben im Artikel erwähnt, hat die Band beschlossen, sich aufzulösen. Dies erwähnte auch Sänger Deryck Whibley nochmals auf der Bühne, worauf sich das Quintett ausgiebige Buh-Rufe einfing. Whibley führte weiter an, dass doch wohl rund 30 Jahre Sum 41 genug seien. War zu erwarten oder, dass sich die Buh-Rufe hierdurch noch verstärkten.

Als Opener packten Sum 41 den Song „Motivation“ aus. Ein toller Opener, wie ich finde. Davor wurde ein eingespielter Intro-Song („T.N.T.“ von „AC/DC) platziert, bei dem schon hinter einem Vorhang mit e-Gitarren leichte Akzente gesetzt wurden. Weitere wichtige Songs im Set waren unter vielen: „In too deep“, „Fat Lip“, „Still waiting“, „We're all to blame“ und „Landmines“.

 



Sie plauderten über ihre Metal-Einflüsse und rissen im Anschluss kurz mal „Raining Blood“ von „Slayer“ und „Master of puppets“ von „Metallica“ an. Auch die Auszüge dieser beiden Songs knallten die fünf Kanadier dermaßen kraftvoll und akkurat auf's Tablett, wie es „Slayer“ und „Metallica“ nicht einmal schaffen.

Eine Sache fand ich noch ziemlich cool. Ihr Frontmann Deryck Whibley hatte einen für ihn sehr besonderen Gegenstand dabei – eine e-Gitarre. Diese, wie er sagte, wurde beim Videodreh zu „Fat Lip“ und „In too deep“ eingesetzt. Auch wurde mit der e-Gitarre im Studio gearbeitet. Bei Whibley wurde 2004 zuhause eingebrochen und dieses besondere und wichtige Instrument entwendet. Vor etwa acht Wochen hat er sie wieder ergattert. Wie genau er das geschafft hat, erwähnte er aber nicht, die Gitarre hat wohl in dieser Zeit jedoch mehrmals die Hände gewechselt.

Ich bin froh, dass ich diese Band kurz vor ihrer Auflösung doch noch live erleben durfte und wer weiß, vielleicht gibt es eine Re-Union. Ich würde mich freuen.

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